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Was sollte also auf der Pferdeweide wachsen? |
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Genau wie wir nicht jeden Tag dieselben Brötchen, womöglich noch mit
demselben Belag, essen möchten, sollte auch der Bewuchs einer Weide
abwechslungsreich sein. Gräser, Kräuter und Leguminosen sollten im
Verhältnis 70:15:15 angesät werden. |
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Gras / Gräser |
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Bei den Gräsern handelt es sich zumeist um Süßgräser wie Weidel- oder
Knaulgras. Ihren süßen Geschmack erhalten Sie unter anderem durch
Fruktan, einen Zucker, der durch Sonnenlicht im Gras gebildet wird. |
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Wie jede Pflanze benötigt Gras Licht und Wärme um zu wachsen. Ist es
hell aber zu kalt, speichern Gräser die gewonnene Energien in Form von
Fruktan, die sie sonst
zum Wachsen verwendet hätten. Der Fruktanwert ist also besonders hoch,
wenn es hell aber kalt ist. Die besten Zeiten, um empfindliche Pferde
auf die Weide zu lassen, sind bei viel Wärme, aber wenig Licht. In
keinem Fall bei viel Licht und Kälte, womöglich sogar Frost. |
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Beispiele: |
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Deutsches Weidelgras |
Rotschwingel |
Goldhafer |
Wiesenschwingel |
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Knaulgras |
Fuchsschwanz |
Schafschwingel |
Kleiner Wiesenknopf |
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Straußgras |
Wiesenlischgras |
Wiesenrispengras |
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Fruktan im Übermaß ist für viele Pferde schädlich. Schon 1,8 kg Fruktan
genügen, um eine Hufrehe auszulösen. An einem warmen, sonnigen
Februartag frisst ein Pferd zwischen 9:00 und 13:00 Uhr etwa 1,4 kg
Fruktan. Im Mai zur gleichen Zeit schon 2,4 kg. Steht es aber von 13:00
bis 19:00 Uhr auf der Weide sind es nur 1,38 kg. So kann man durch
geregelte Weidezeiten die Gesundheit der Pferde erfolgreich schützen.
Ein weiterer Schutz vor Fruktan ist die richtige Ansaat. Nicht alle
Gräser und Kräuter speichern gleich gut Fruktan. Das vermeintliche
Unkraut Löwenzahn zum Beispiel ist sehr fruktanarm. Dennoch wird es von
den meisten Weiden verbannt, obwohl es den Pferden gut schmeckt. |
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Mehr zum Fruktan weiter unten auf dieser Seite! |
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Eine informative Seite zu Weidesaaten finden sie
hier. |
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Kräuter / Leguminosen |
Kräuter, wie zum Beispiel Kamille, Kümmel oder Petersilie sind sehr
unterschiedlich in ihrer Futterqualität. Kräuter sind teilweise reich an
Proteinen und Mineralstoffen, andere sind giftig oder wirken in der
richtigen Dosierung positiv. Die meisten Pferde meiden die Kräuter, die
ihnen nicht bekommen. Denn sie enthalten meist Bitterstoffe die sie vor
dem Verzehr durch Weidetiere schützen. Doch Pferde ohne Weideerfahrung
erkennen dies nicht, weil sie nicht damit aufwuchsen und es nicht gelernt
haben.
Leguminosen, zum Beispiel Klee und Luzerne, können Stickstoff in Form von
Pflanzeneiweiß binden. Gräser und vor allem Leguminosen sind daher vor
allem zu Beginn des Aufwuchses sehr eiweißreich. Zuviel einiger Proteine
bekommen einigen Pferden gar nicht. Sie erkranken an Durchfall oder
Kolik. |
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Beispiele: |
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Kamille |
Petersilie |
Kümmel |
(Rot) Klee |
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Löwenzahn |
Brennessel |
Klebkraut |
Schafgabe |
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Ringelblume |
Pastinake |
Spitzwegerich |
Wegwarte |
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Giftpflanzen |
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Ganz automatisch siedeln sich auf unseren Weiden auch für Pferde
unbekömmliche oder gar giftige Pflanzen an. Die meisten Pferde meiden
sie. Trotzdem sollte man bei zu starkem Befall die Pflanzen ausrotten.
Bitte informieren Sie sich vorher bei Ihren Tierarzt, im Fachhandel oder
Landwirtschaftskammer, welche Pestizide Sie benutzen dürfen (zum
Beispiel in Natur- und Wasserschutzgebieten) und können. |
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Beispiele: |
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Dotterblume |
Feldmohn |
Ampfer |
Vogelmiere |
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Tipp für Rehepferdehalter |
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Hinter der Bezeichnung WLK (Wasserlösliche
Kohlenhydrate) verbergen sich Stärke und Zucker. Fruktan ist nur eines
dieser Zucker. In unterstehenden Tabellen wurde der Stärkewert bereits
herausgenommen. |
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Je nach Aufwuchs, Grasart und Witterung ist
der Gehalt an Fruktan sehr unterschiedlich. |
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Grasart /
Aufwuchs |
Wuchstyp |
WLK
in % in der
Trockenmasse
(Zucker) |
Fruktangehalt
in % in der
Trockenmasse |
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Deutsches
Weidelgras |
Untergras |
15,5 |
11,6 |
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Welsches
Weidelgras |
Obergras |
19,0 |
14,2 |
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Knaulgras |
Obergras |
9,5 |
7,1 |
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Wiesenlischgras |
Obergras |
7,5 |
5,6 |
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Wiesenschwingel |
Obergras |
9,0 |
4,5 |
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Wiesenrispe |
Untergras |
8,0 |
6,0 |
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natürliches
Grünland erster Aufwuchs |
gemischt |
11,5 |
8,6 |
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natürliches
Grünland Folgeaufwüchse |
gemischt |
9,0 |
6,8 |
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Quelle: Hufrehe (ISBN
3-275-01443-9) Seite 125 |
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Wiesenlischgras |
Wiesenrispengras |
Welsches
Weidelgras |
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Aufwuchs |
1. |
2. |
3. |
1. |
2. |
3. |
4. |
1. |
2. |
3. |
4. |
5. |
6. |
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WLK
% in der
Trocken-substanz |
14,6 |
7,0 |
9,2 |
18,9 |
8,2 |
7,3 |
3,6 |
21,5 |
13,6 |
14,9 |
12,0 |
5,0 |
12,8 |
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Quelle: Hufrehe (ISBN
3-275-01443-9) Seite 123 |
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Wetter
Grasstand |
Fruktanbildung
Wachstum |
Hufrehegefahr |
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kalte Nächte, sonnige und kalte bis frostige Tage (Kaiserwetter) |
hohe
Fruktanbildung, geringes
Wachstum |
hoch |
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kalte Nächte, bedeckte und kalte Tage |
geringe
Fruktanbildung, normales Wachstum |
niedrig |
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kalte Nächte, bedeckte und warme Tage |
geringe
Fruktanbildung, stärkeres Wachstum |
abnehmend |
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kalte Nächte, sonnige und warme Tage |
hohe
Fruktanbildung, stärkeres Wachstum |
niedrig bis
ansteigend |
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warme Nächte, sonnige und kühle Tage |
geringe
Fruktanbildung, normales Wachstum |
ansteigend
bis hoch |
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warme Nächte, bedeckte und warme Tage |
hohe
Fruktanbildung, stärkeres Wachstum |
gering |
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kurz gehaltene und gemähte Gräser |
hohe
Fruktanbildung durch „Stress“ |
ansteigend
bis hoch |
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große Sommerhitze
bei Trockenheit |
hohe
Fruktanbildung, geringes bis kein Wachstum |
ansteigend
bis hoch |
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Regen nach Sommerdürre |
Fruktanumbildung,
dadurch größere Mengen enthalten |
deutlich ansteigend
bis hoch |
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Konsequente Stickstoffdüngung |
merzt
Weidelgras und kleeartige Pflanzen aus, begünstigt aber
unerwünschten Bewuchs |
abnehmend |
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