| Biorythmus - alles zu seiner Zeit | ||||||||||||||||||||||
| Das Pferd ist ein |
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| und das alles zu gleich. | ||||||||||||||||||||||
| Das Lauftier Pferd bewegt sich nicht nur bei der schnellen und langstreckigen Flucht (nie im Kreis, wie es manche Gurus propagieren), sondern schon bei der Nahrungsaufnahme oder genauer der Nahrungssuche. Durch die Haltung des Pferdes wird dieses natürliche Verhalten stark beeinträchtigt bis verhindert. | ||||||||||||||||||||||
| Die unterschiedliche Zeitaufwendungen wurden bereits unter Grundlagen der Fütterung beschrieben. Hier will ich nun auf die Fress- und Bewegungszeiten genauer eingehen. | ||||||||||||||||||||||
| Je nach Haltungsform und Grundfutterzuteilung unterscheiden sich die Fresszeiten erheblich. | ||||||||||||||||||||||
| Das Wildpferd ist 60 % des Tages grasender Weise im Schritt unterwegs. Das macht über 14 Stunden aus. | ||||||||||||||||||||||
| Das Boxenpferd ist 16 - 47 % des Tages stehend mit seinem Futter beschäftigt, je nach Futterzuteilung. Wobei Fresszeiten von über 25 % extrem selten sind. | ||||||||||||||||||||||
| Das Offenstallpferd ist durchschnittlich 37 % mit Fressen beschäftigt, bewegt sich in den Fresspause aber immerhin etwas. | ||||||||||||||||||||||
| Das Weidepferd ist 52 % des Tages im Weideschritt mit der Nase im Gras sehr wenig unterwegs, hat bei Gruppenhaltung aber andere Bewegungsanreize. | ||||||||||||||||||||||
| Fresszeiten - die Natur hat es so eingerichtet | ||||||||||||||||||||||
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Die Fresszeiten wandeln sich mit mit dem Lauf der Sonne, bzw. der Jahreszeiten. Denn diese steuern das Wachstum der Futterpflanzen und somit auch dessen Nährwert und natürlich auch die Tageshitze. |
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Rhythmus der Grasungszeit bei Weidepferden nach Krull von 1984 |
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| Als 24 Stunden Grafik ist es genauer zu Unterscheiden (oben 4 Uhr, rechte Seite 10 Uhr, unten 16 Uhr, linke Seite 24 Uhr) jeder viertel Kreis zeigt also den verlauf von 6 Stunden an. | ||||||||||||||||||||||
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| Mai Juli September | ||||||||||||||||||||||
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Grün zeigt die Fresszeiten Gelb zeigt die Spiel-, Lauf- & Ruhezeiten, so wie Sozialkontakte |
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| Die Fresszeiten von bis zu 16 Stunden am Tag sind auf die gesamten 24 Stunden des Tages verteilt. | ||||||||||||||||||||||
| Das Wildpferd macht während des Fressens etwa 73000 Schritte von 0,8 m Länge in ca. 14 Stunden. So legt es bis zu 60 km pro Tag bei spärlichem Nahrungsvorkommen zurück. Stehen die Weidegründe in vollem Saft, verringert sich die Bewegung auf ca. 10 km pro Tag, was in der Sommerhitze immer noch genug Kraft kostet. | ||||||||||||||||||||||
| Das Weidepferd kommt *nur* auf 7600 Schritte von 0,8 m Länge. Damit schafft es etwas mehr als 6 km, wenn es sein Gras auch wirklich suchen und nicht nur die Nase hineinstecken muss. | ||||||||||||||||||||||
| Das Offenstallpferd bewegt sich nur noch knappe 2 km am Tag zwischen den Fressorgien an der vollen Raufe. | ||||||||||||||||||||||
| Das Boxenpferd kommt bei einer Schrittgröße von 0,3 m und 600 Schrittchen auf nicht mal 200 m. | ||||||||||||||||||||||
| Die letzten Beiden bewegen sich dabei allerdings kaum vorwärts, da der begrenzte Raum sie zwingt sich zu 41 % seitlich und 45 % drehend zu Bewegen. Lediglich 14 % der Schritte werden geradeaus durchgeführt. | ||||||||||||||||||||||
| Verhaltensauffälligkeiten - der Mensch trägt die Schuld | ||||||||||||||||||||||
| Wenn man sich nun vorstellt das Boxenpferde häufig zwischen 18 und 20 Uhr ihre Nachtration von 3 Rippen (ca. 3 kg) Heu erhalten und erst knapp 12 Stunden später die nächste Mahlzeit bekommen, ist das eine lange Zeit mit der sie nichts anzufangen wissen. Dennoch produziert der Magen auch in der Zeit kontinuierlich Magensäure. Diese greift nun die Magen-Darm-Schleimhäute an, da kein Futter vorhanden ist dass die Säure blocken würde. Nicht umsonst sind 60 % der Leistungspferde und über 20 % der Freizeitpferde von Magen-Darm-Problemen geplagt. 80 % aller Magengeschwüre beim Pferd werden schon beim Absetzten die Weichen gestellt. | ||||||||||||||||||||||
| Kein Wunder das Pferde sich die unmöglichsten und vor allem gesundheitsschädigende Verhalten angewöhnt. | ||||||||||||||||||||||
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| Diese Abweichungen von natürlichem Verhalten tritt fast ausschließlich bei Boxen- und Einzelpferden auf. Leider lassen sich diese Verhaltensstörungen durch eine Haltungsoptimierung nicht immer wieder abschalten, meist aber deutlich lindern. | ||||||||||||||||||||||
| Verhaltensstörungen rangieren auf Platz 4 über die Häufigkeit von Pferdeerkrankungen, die Rodewald 1989 studierte. | ||||||||||||||||||||||
| Hier die Top 3: | ||||||||||||||||||||||
| 1. Schädigungen des Bewegungsapparates | ||||||||||||||||||||||
| 2. Schädigungen des Atmungsapparates | ||||||||||||||||||||||
| 3. Schädigungen des Verdauungsapparates | ||||||||||||||||||||||
| Ich finde diese Hitliste sehr alarmierend! | ||||||||||||||||||||||
| Eine optimale Fütterung kann einige Probleme der Pferdehaltung deutlich verbessern. | ||||||||||||||||||||||
| Ruhezeiten, Spielzeiten und Zeiten des Sozialkontaktes wechseln sich mit den Fresszeiten ab. | ||||||||||||||||||||||
| Da sollte es jedem Menschen einleuchten, dass 2 - 3 Mahlzeiten und nur eine Bewegungseinheit keinem Pferd gut tut. | ||||||||||||||||||||||