Moritz, alias Opa, geb. 1954 Im Besitz von Sonja Schmitt
 
Am 12.05.1954 geboren, kam Moritz zum ersten Mal 1956 zu einem Händler, wo er als erstes kastriert
wurde. Kurz darauf wurde er von einem anderen Händler für seinen Sohn gekauft und von dem Kind angeritten. Als der Junge auf größere Ponys umsattelte wurde Moritz zum Schulpferd. Irgendwann kaufen Eltern eines Schülers das Shetty und nahmen es mit nach Hause. Als auch dieses Reiterlein zu groß wurde, wurde Moritz zum Tausch zu dem ersten Händler zurück gebracht. Da wurde der mittlerweile etwa 10 jährige Wallach eingefahren, und mit einem Passer verkauft.

 
Bei den neuen Besitzern wurden beide Ponys mit den Kindern zu „Stoppelrennern“ und vom Großvater 
nach Achenbach gefahren. Nach einigen weiteren Besitzerwechseln fand er 1971 sein Zuhause im Stall 
des zweiten Händlers, der ihn im Reitbetrieb als Reitbahn-Pony und im Unterricht einsetzte. Gefahren 
wurde er nur sehr selten. Zwischen durch wurde er immer mal wieder verkauft, verlies den Reitstall aber 
nie für lange. Einer dieser Besitzer brachte ihm die Grundbegriffe des Westernreitens bei. Ein anderer 
erkannte die extrem große Lernbereitschaft des Ponys und brachte ihm „Guten Tag“ und „Küsschen“ bei. 
Zu der Zeit lernte Moritz wahrscheinlich auch, Türen und Knoten zu öffnen. Die Steigerung Tore und 
Futtertonnen war dann nur noch Formsache. Moritz muss auch mal einen Besitzer gehabt haben der 
Begeisterung für klassische Reitkunst oder Dressur hatte. Moritz war immer hin bis Klasse L ausgebildet.
 
Ich kenne Moritz seit 1994. Da lebte er noch glücklich und zufrieden im Schulstall des Händlers. Zwar war
er schon seit einigen Jahren im Teil-Ruhestand, aber wurde doch noch gelegentlich mal für sehr kleine Kinder
zum Ponyreiten aus seiner Box geholt. Da die Boxen des Stalles auf größere Pferde zu geschnitten sind,
teilten sich meist zwei oder drei kleine Ponys eine Box. So brauchen sie nicht den lieben langen Tag vor die
hohen Wände starren und hatten besseren Sozialkontakt als ihre großen Kollegen hinter den Gittern. In den
nächsten Jahren ließen seine Kräfte und Gesundheit altersbedingt stark nach. Dazu kam die Trauer um seine
sterbenden Kollegen, obwohl die zumeist mit 20 bis 30 Jahren deutlich jünger als er selbst waren. Die Sommer verbrachte er nach seiner endgültigen Pensionierung fast ausschließlich auf der Weide. Als ich Moritz im Winter 1999 / 2000 in einer dunklen Ecke eines der Ställe entdeckte war ich erstaunt, dass er noch lebte. Aber es ging ihm nicht gut. Moritz stand in einer Box die eher einem Ständer mit provisorischer Tür glich. Alleine hätte er sich vielleicht noch drehen und legen können, aber er war nicht allein.
 

Januar 2000, Moritz NACH dem Putzen

Im Frühjahr wurde er mit einem mutterlosen Saugfohlen auf eine Weide geschickt. Erst im Sommer sah
ich beide, Moritz und das Fohlen Joschi, wieder. Sie standen auf einer steilen, kahlen und abgefressenen
Weide in meiner Nachbarschaft. Als der Besitzer sich viele Wochen nicht um seine Pferde kümmerte,
nahm ich beide mit zu mir. Durch die steile Weide und für ein altes Pferd unzureichende Nährstoffversorgung
war Moritz mächtig steif. Er hatte zu dem Zeitpunkt seit längerem nicht entdeckte Arthrose und Arthritis in
den Beinen. Für 700 Meter Fußweg brauchten wir 1 ½ Stunden. Nicht nur wegen des Tempos, das Moritz
zeigte, sondern auch, weil er viele Verschnaufpausen brauchte. Der Besitzer merkte erst nach fast drei
Monaten, dass Moritz und Joschi nicht mehr da waren. Dabei hatte ich ihn in der Zeit zwischen dem
„Klauen“ der Ponys und dem entdecken ihres Fehlens, jedes mal, wenn ich ihn traf nach den Beiden
gefragt. Er versicherte mir immer wieder es ginge ihnen gut. Er wäre vor kurzem noch bei ihnen gewesen.
Es dauerte nur ein paar Tage bis Moritz besser laufen konnte. Nach einigen Wochen begann er etwas
zu zunehmen. Aber er war immer noch ziemlich dünn.
 

Moritz und Joschi nach fast drei Monaten bei mir

 
Passend zu Weihnachten kaufte ich Moritz. Ich wollte zum April in eine andere Stadt ziehen und hatte
Sorge, dass Moritz dann nicht mehr die Pflege und Aufmerksamkeit bekommen würde die er braucht. In
seinem neuen Zuhause wurde Moritz von allen Seiten verwöhnt. Jeder hatte irgendeine Kleinigkeit und
reichlich Streicheleinheiten für den Senior. Dort bekam er auch den Spitznamen Opa. Wie ein menschlicher
Opa gab er Kindern mit viel Geduld, und seiner ruhigen Art das nötige Vertrauen und brachte ihnen sanft,
aber nachdrücklich bei wie Pferde behandelt werden sollen. Für Moritz war die Stallanlage sehr gut, da er regelmäßig seine Beine im Wiebach baden konnte und zusätzlich im Round-Pen das Laufen und sogar das Springen wieder trainieren konnte.
 

Mai 2001, von Steifheit ist nicht mehr viel zu sehen

 
Im November 2001 zogen Merry Legs, mein anders Pony, und Moritz mit mir nach Volkmarsen-Herbsen
um. Auch dieser Transport und Stallwechsel bereitete Opa keine Probleme! Als 2002 seine neuen Stall-
kollegen ankamen, adoptierte Opa das erst neun Wochen alte Fohlen Skotsh Hobby NL. Er beschützte
es gegen Übergriffe der Raufbolde, brachte ihm Sozialverhalten bei und kümmerte sich besser um ihn als
seine Mutter es gemacht hatte. Ich gab dem Kleinen die Flasche, bis er seine Milch lieber aus einer
Schüssel saufen wollte. Seit wir in Herbsen sind hat Opa ein Leben voller Vergünstigungen. Er hat zwei
Pflegemädchen die ihn täglich gründlich durchbürsten. Nur zu seinen Mahlzeiten ist er in der Box. Wenn
er mit dem Frühstück fertig ist kommt er auf die Weide. Zum Mittagessen kommt er von alleine ans Tor.
Nach dem er aufgefressen und sein Mittagsschläfchen gemacht hat meldet er sich, wenn er wieder auf
die Weide will.
 

Moritz  -  Am Tag seiner letzten Geburtstagsfeier 2004

 
Am 10. Dezember 2004, nur sechs Monate nach seinen 50. Geburtstag, ist das älteste Pferd Europas
gestorben. Bis zum letzten Tag hat er noch mit seinen über 40 Jahre jüngeren Kumpels auf der Weide getobt...
 
 
Presseberichte
 
Reiterpassage Karneval 2000 (Da war Moritz noch bei seinem Vorbesitzers)
Pferdemarkt September 2002
Pferdemarkt Januar 2003
Pferdemarkt März 2003
Pferdeanzeiger Mai 2003
Cavallo Mai 2003
HNA Tageszeitung 27. Mai 2003
Ein Herz für Tiere Juni 2003
Unser Pferd September 2003
SP Reitsport Werbung September 2003
HNA Tageszeitung 23. September 2003
Pferde heute Februar 2004
Ponys & Kleinpferde April 2004
Bild der Frau Mai 2004
HNA Tageszeitung 14. Mai 2004
Masterhorse Mai 2004
Mach mal Pause Mai 2004
Cavallo Mai 2004
Bild Mai 2004
Futterjournal Juni 2004
Masterhorse Juni 2004
Unser Pferd Juli 2004
Pferdeanzeiger Juli 2004
Japanisches Pferdejournal Dezember 2004
Münster Tageszeitung 20. Dezember 2004
Cavallo Januar 2005
Reiterrevue Februar 2005
 
Dazu kommen noch diverse TV - Beiträge.