Little Trouble II 
War im Besitz von Sonja Schmitt
Eines schönen Tages fuhr mein Freund Frank Holzabschnitte in eine Holzkohlenfirma. Im Gespräch mit den
Arbeitern kam man auf die Eignung von Hackschnitzel als Reitbahn- und Auslaufbelag, von dort kam die Rede
auf meine Ponys und schließlich endete das Gespräch bei Little Trouble II, kurz Paul. Paul war der 3-jährige
Shetty-Wallach des Bruders eines der Arbeiter. Paul sollte zum Schlachter, da seine „Besitzerin“ in die Schule
kam und nun auch ein „ordentliches“ Reitpony bekommen sollte. Das konnte Frank kaum glauben und handelte aus, dass wir Paul erst mal ansehen sollten.
 
Wir fuhren hin und waren erschrocken. Paul hatte ein sehr schlimmes Ekzem und war quasi nackt, als wir ihn
das erste Mal sahen. Der Tierarzt des noch-Besitzers hatte gesagt: Bei Ekzemer kann man nichts machen.
Lassen Sie ihn ruhig scheuern, das ist das Beste. Wenn es blutet, kommt wenigstens kein Dreck in die Wunden. Nach der Androhung einer Anzeige wegen Tierquälerei konnten wir Paul für den symbolischen Preis von 1 Euro mitnehmen, und so zog er Mitte August 2002 bei uns ein. Selbst mein Tierarzt hielt den Tod des Pferdes für besser als ein qualvolles Weiterleben mit dem Ekzem. Pauls Widerrist war bis auf die Rückenwirbel aufgescheuert, auch sonst hatte er mehr blanke Haut und offene Wunden als Fell.
 
 
Little Trouble II - der Name war Programm.
 Hier hatten wir ihn schon einige Zeit behandelt und das Schlimmste ausgestanden
In den nächsten zwei Tagen bekam Paul eine Cortison-Spritze gegen den Juckreiz und Ivomec Flüssig gegen
Magen-, Darm- und Hautparasiten. Dazu kamen in der ersten Zeit tägliche Waschungen mit Betaisodona
Waschlotion und anschließende Einreibungen mit Bio-Hautöl auf den geschlossenen und cortisonhaltige Lotionen auf die offenen Wunden. Innerhalb kurzer Zeit heilte die Haut ab. Als keine offenen Wunden mehr erkennbar waren, wurde er geschoren, inklusive die paar restlichen Mähnen- und Schweifhaare – im Ergebnis sah Little Trouble 2 aus wie eine kleine, schwarze Kuh.
Nun entdeckten wir noch mehr Wunden, die bisher vom Fell verdeckt waren, und konnten noch gezielter be-
handeln. Schon im Herbst begann das Fell und Langhaar wieder zu sprießen. Sein Körperhaar war erst mehr
rot als schwarz. Eine Reihe von Blutbildern zeigten Mängel im gesamten Spurenelement-Haushalt, außerdem
war er untergewichtig! Paul bekam eine für ihn maßgeschneiderte Ernährung und eine passgenaue Ekzemer-
Decke. Heute ist Paul fünf Jahre alt, von seinem Ekzem ist nichts mehr zu sehen und seine Decke trägt er nur
noch wenige Tage im Jahr.
 

Little Trouble II mit seinem ersten Winterfell

 

Little Trouble II - alias Paul - im Jahr 2004. Kaum noch zu erkennen.

 
Seit Spätsommer 2005 hat Paule ein neues Zuhause. 
Die Entscheidung einen Ekzemer zu halten ist nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. 
Es gehört Mut und viel Disziplin dazu, von einer sehr großen Liebe zum Pferd nicht zu reden.
 
Danke Melanie, und sei ihm nicht all zu böse, wenn er einen Zaun mal wieder nicht ganz ernst nimmt!
 

So lässt sich das Leben genießen!