| Sissi |
| Sissi fand ich Gründonnerstag 2004 in einem kleinen Wanderzirkus. |
| Neben jeder Menge ordentlich gepflegter Ponys lag ein keines, cremfarbenes, lockiges Eselfohlen mit strahlend blauen Augen. |
| Als es aufstand, traf mich fast der Schlag. Die Beine waren verbogen und die Hufe unendlich verwachsen. Ich war völlig schockiert! |
| Zuhause erzählte ist es meiner Freundin Andrea und wir fuhren Tags drauf noch mal hin. |
| Nach etlichen Telefonaten mit Tierärzten und Freunden wurde die kleine Prinzessin von ihr gekauft und auf den „georderten“ Anhänger getragen, da mit laufen nicht viel war. |
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| Sissi bei Ankunft in unserem Stall. |
| Sie konnte weder lange laufen noch stehen. |
| Sissi war gerade 6 Monate alt und wog mickrige 40 kg. Das war erheblich zu wenig! Sie war beinahe verhungert und die Zirkusleute hatten es nicht mal bemerkt. Die kleine Maus wurde ja schließlich gesäugt. Dummerweise hatte Mutter Susi nicht genügend Milch und Sissi konnte nicht lange genug stehen, um sich satt zu trinken. |
| Das auch Fohlen Hufpflege benötigen war den Schaustellern wohl auch fremd. Sissis Hufe waren hinten ganze 9 cm und vorne so gar 12 cm lang! Obendrein waren sie eingerollt, so dass weder Strahl noch Ballen erkennbar waren. |
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Sissis Vorderhufe im Juni 2004 - bereits zweimal gekürzt |
| Die krummen Beine verdankte Sissi der Haltung im Winterquartier. |
| Die Esel standen in der letzten dunklen Ecke der Stallungen, ohne Bewegungs-Möglichkeit. Ohne Tageslicht ist die Bildung von Vitamin D nicht möglich. So bekam die kleine Maus Rachitis. Das Resultat waren ihre krummen Beine und dadurch die Unfähigkeit zu einer normalen Bewegung. |
| In ihrem neuen Zuhause erhielt sie wohl zum ersten Mal ausgewogenes Futter. Heu soviel sie wollte und sorgfältig berechnetes Kraft – und Mineralfutter. Vom Tierarzt wurde ihr Vitamin D gespritzt. |
| Wer nur herumliegt kann natürlich auch keine Muskulatur ansetzen, entsprechend schlapp war sie auch. Also wurden ihre Beine im ersten Anlauf mit Hilfe der Inline – Knieschützer der Tochter Mayala gestützt. Nach etlichen Telefonaten und Überlegungen kam ein netter Mensch drauf: Zur Ersthilfe - Stabilisierung von Beinbrüchen bei Pferden, werden simple Gartenschläuche auf ein dickes Polster bandagiert. So gibt es Stütze, ist aber so elastisch, dass eine gewisse Beweglichkeit erhalten bleibt. So wurde Sissi dann zur Entlastung und langsamen Muskulaturaufbau stundenweise bandagiert. |
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Gartenschlauch-Stütze - nicht schön, aber selten. |
| Der erste Schmied kappte die nach oben gerollte Zehe, der zweite versuchte den Strahl zu finden, und der dritte sagte: Da brauchen wir erst Röntgenbilder, nicht das wir da noch ins Leben schneiden. |
| Da Sissi ihre Beine nicht nach hinten biegen konnte, und das dreibeinige stehen noch immer nicht lange genug klappt, wird sie auf die Seite gelegt und von 2 Helfern am strampeln gehindert. |
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Hufpfleger Thomas Dübbert und Thomas Urban bei der Arbeit |
| Sie findet es bestimmt nicht lustig, aber sie wehrt sich nicht gegen das Umlegen und nach dem Aufstehen verlangt sie Lob und Leckerchen von allen. |
| Der Lohn all der Aufwendungen ist eine kecke, aufmerksame und lauffreudige Jungstute von fast 2 Jahren, die auf nahezu geraden Beinen durch die Welt schreitet und springt. |
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Sissi 2004. Stehen und Laufen kein Problem, |
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die Hufform ist noch nicht optimal. |
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Sissi 2005 - gesund und munter und gut zu Fuß, |
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und es wird immer besser! |
| Mehr über Sissi und ihr Zuhause findet Ihr hier. |