| Assina |
Im Besitz von Sonja Schmitt |
| Das eigene Fohlen aus der geliebten Stute - oder wenn man alles besonders gut machen will. So begann Assinas Leben. Ihr Vater Assuit, ein ägyptischer asil Araber, braun und schick im Reittyp stehend, deckte Paskan (Fliegenschimmel), ein weiteres Kind der Liebe, von Datil (braun wird Schimmel), einem PRE Hengst und aus einer Lippizzaner x Knuppstrpper Anpaarung (Schimmel). Assinas Züchterin meinte es mit Mutter und Fohlen besonders gut und wollte alles Richtig und möglichst natürlich ablaufen lassen. Also kam die trächtige Paskan auf die Weide und durfte einfach nur Pferd sein. Auch nach der Geburt 2001 blieben Beide draußen. Sie hatten ja alles was ein Pferd begehrt. Licht, Luft, Bewegung, Gras und Wasser. Für Assina stand die Milchbar bereit. So verbrachte Assina mit ihrer Mutter die ersten Lebensjahre im Offenstall. | |
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2004 wechselten sie umzugsbedingt in einen Pensionsstall mit den üblichen Einschränkungen. Freie Bewegung war nur noch eingeschränkt möglich. Um mehr Bewegung zu verschaffen durfte Assina in den Round Pen und kam an die Longe. Zu den höheren Unterhaltskosten kamen unerwartete Aufwendungen, weil Mutter Paskan sich die Sehne verletzte. Das Geld wurde knapp und ihre Züchterin entschloss sich schweren Herzens Assinas Ausbildung voranzutreiben um sie zu verkaufen. Doch soweit kam man nicht. Schon sehr früh zu Beginn der Ausbildung, noch während des anlongierens, begann Assina zu lahmen. Die Ausbildung wurde abgebrochen und der Tierarzt gerufen. Der diagnostizierte starken Verdacht auf OCD und spritzte ein Langzeit Cortison. Da dies nicht wie gewünscht anschlug riet er zu einer OP. Ein solcher Eingriff war zu dem Zeitpunkt unmöglich zu finanzieren. |
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Eine gemeinsame Bekannte bot an Assina mitzunehmen und ihr eine Regenerationszeit auf der Weide zu ermöglichen. So zog Assina im Juli 2005 nach Wolfhagen in eine stabile Herdenhaltung um. |
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Gesehen hatten wir das Stütchen zuvor nicht. Auf das was uns erwartete waren wir nicht vorbereitet. Assina sah mit ihren knapp 4 Jahren aus wie eine nicht mal 2jährige. Sie war überbaut und hatte einen Unterhals, der umgedreht einen schicken Hengsthals ergeben hätte. Auch die Hufe waren recht abenteuerlich ausgewirkt. Die lange Zehe zur flachen Trachte musste ihr Bewegungsprobleme bereiten. Dazu kam beidseitige Patella Luxation, die man nicht nur sah, sonder auch bei jedem Schritt hörte. |
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Unsere Diagnose war schnell klar: hier war mit viel Liebe und gutem Willen eine Menge schief gelaufen. 1. Mangelernährung von Trächtigkeit der Mutter an (Nährstoffe, nicht Futtermenge) 2. Fehlerhafte Ausbildungsvorbereitung (Round Pen / longieren ist kein Freilauf / frei Bewegung, sondern Extrembewegung) |
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Wir hielten es für völlig übereilt ein spätreifes Pferd mit gerade einmal 3 Jahren einer unsicheren OP zu unterziehen. Unsere Therapie beschränkte sich fürs Erste darauf, dass sie sich frei auf anspruchsvollem Gelände bewegen sollte. Und das in der Herde und ohne Beeinflussung des Menschen. Dazu wurden ihre Hufe korrigiert und so die Beine gerade gestellt. Obendrein erhielt sie eine angepasste und ausgewogene Ernährung. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Der Unterhals verschwand, die Bewegungen wurden sicherer, die Luxationen der Kniescheibe immer seltener. |
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Assina (4jährig) - ein halbes Jahr nach ihrer Ankunft |
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Im November 2005 wurde Assina zu meinem Geburtstagsgeschenk. Als sie im März gerade mal nicht überbaut war, wurde sie chiropraktisch behandelt. Das Fazit war viel versprechend: keine auffälligen Blockaden oder Spannungen, die Kniescheiben sind etwas lockerer als normal - aber nicht auffällig, OCD ist eher unwahrscheinlich - muss aber vor dem Einreiten unbedingt noch mal untersucht werden. Assina wird kein Sportpferd werden, aber es spricht zum jetzigen Zeitpunkt nichts gegen eine normale Nutzung als Reit- und Fahrpferd. Auf Grund der lockeren Kniescheiben ist aber immer auf gute Gymnastisierung zu achten. |
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| Assina am 6.Mai 2006 - Ob sie wirklich mal ganz weiß wird? | |
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Am 06.07.2006 war Assina in der Klinik zum Kontroll-Röntgen. Der Tierarzt war sehr zufrieden mit ihrer Entwicklung und hat uns das OK zum Einreiten gegeben. Nun hieß es noch Zähne nachgucken und die Chiropraktikerin noch einmal drüber schauen lassen und dann geht es in die Schule. Die Befunde die der zuvor behandelnde Tierarzt stellte, lassen sich nun zu über 90 % auf noch nicht geschlossene Wachstumsfugen zurückführen. Es wäre also beinahe ein gesundes Pferd kaputt operiert worden. Hätte Assina nicht gelahmt und wäre mit dieser, zum Glück, nicht eingetroffenen Diagnose weiter gearbeitet worden, könnte sie heute einen ernsten Befund haben und evtl. auf Dauer unreitbar sein. |
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Farella (24) und Assina am Abend vor dem Röntgen |
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Assina im Mai 2010 |
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Assias ganze Geschichte ist hier zu finden: Herbser Pony-Trophy |
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