| Grundfutter | ||||
| Die Basis jeder Pferdeernährung ist Raufutter bester Qualität. In erster Linie verstehen wir unter Raufutter Heu und Stroh. Aber auch Silage, Häcksel, zu Cobs gepresste Häcksel und Grünmehle sowie Luzerne (Alfalfa) gehören dazu. Auch frisches Gras ist Rahfutter, aber zugleich auch Saftfutter. Dasselbe gilt für Silage. | ||||
| Weidegas und Wiesenschnittgras | ||||
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Frisches Gras ist das natürlichste Futtermittel der
Pferde. Doch leider sind die mitteleuropäischen Wiesen und Weide von
ihrem Bewuchs nicht mehr für Pferde geeignet. Dennoch sollte möglichst
jedes Pferd täglich zumindest zeitweise die Möglichkeit haben in der
Herde oder Kleingruppe auf die Weide zu kommen.
Problematisch wird Gras eigentlich erst bei gesundheitlichen Einschränkungen und bei abrupter Futterumstellung. Gras hat eine Trockensubstanz von 17 - 28 % (Heu von mindestens 86 %). Mit dem Gras nimmt das Pferd also auch jede Menge Wasser auf. Erfolgt die Futterumstellung ohne Gewöhnungszeit, ist die Darmflora nicht auf die andere Zusammensetzung des Futter eingestellt. Es kommt zum Ausschwemmen und Massensterben. Die dabei entstehenden Toxine sind ein Auslöser für Hufrehe. Häufiger kommt es zu Durchfällen und Koliken. Frisches Gras sollte kein Ersatz für bestes Heu sein, lediglich eine saftige Ergänzung. |
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Heu, Pressheu und Grünmehle | |||
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Je nachdem was auf einer Wiese wächst, wie sie genutzt wird und wann
gemäht wird unterscheidet sich die Heuqualität. Dazu kommt noch der
Faktor „Petrus“. War das Wetter den Landwirten gut gesonnen, können sie
sogar mehrmals im Jahr von einer Wiese Heu ernten. Mit etwas Pech ist
das Heu während des Trocknens jedoch verregnet und das Heu taugt oft
nicht mehr als Pferdefutter. Heu ist noch lange nicht gleich Heu. Je nach Bewuchs der Wiese und dem Schnittzeitpunkt unterscheidet es sich erheblich. Soll es den Pferde zur freien Verfügung angeboten werden eignet sich ein später erster Schnitt zum Ende der Blüte am ehesten. Es ist kalorienärmer, aber enthält auch weniger Nährstoffe. Für Leistungs- und Zuchtpferde benötigt man das Gegenteil. Dazu eignet sich ein früher erster Schnitt. Schwerfutterige Pferde mit mittlerem Arbeitsanspruch vertragen dagegen Heu vom ersten Schnitt um Mitte der Blütezeit. |
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Luzerne ist proteinreicher als Gräser
und gehört zu den kleeartigen Leguminosen. Alfalfa wird in den USA
gefüttert, da dort in vielen Regionen das Gras von minderer Qualität
ist. Es wächst auch in Ägypten. Luzerne ist nicht besonders trittfest.
So müssen dafür eigene Mähwiesen her, die nicht oder kaum beweidet
werden können. Deshalb ist es nicht lukrativ für Landwirte. Es wird in
erster Linie für die Futtermittelindustrie angebaut. In den letzten Jahren wurde jedoch recht erfolgreich trittfeste Luzerne gezüchtet. Das heißt aber noch längst nicht, dass man Pferde darauf stellen sollte. |
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| Jedes Gras kann auch gehäckselt werden, um es zu Cobs zu pressen. Dazu wird der frische Schnitt von sehr guter Qualität nicht langsam in der Sonne getrocknet, sondern direkt in der Futtermittelindustrie bei Warmluft getrocknet und zerkleinert. Die Häcksel werden zu Cobs gepresst. Heucobs werden häufig als Heuersatz an Stauballergiker verfüttert, oder an Pferde mit Zahnproblemen. Auch nach Krankheit, wie Schlundverstopfung, ist es von Pferden leichter zu schlucken als Heu. Als alleiniges Raufutter reichen Cobs NICHT aus. Durch das Häckseln ist die „raue“ Struktur des Heus weitgehend verloren. Es ist auf alle Fälle ratsam zusätzlich Heu und Stroh anzubieten. Erst wenn dem Pferd sehr viele Zähne fehlen, geht es nicht mehr anders. Es ist zu beachten, dass Cobs stark quellen, daher sollten sie nicht trocken gefüttert (auch wenn einige Firmen das immer noch behaupten), sondern eingeweicht werden. Je nach Beschaffenheit können ein Kilo trockene Cobs bis zu 3 Liter Wasser aufsaugen! 1,5 Liter werden von den Herstellern empfohlen. Gleiches gilt für Häcksel. | ||||
| Bei der Herstellung von Häckseln und Cobs einstehen feine Mehle als Abfallprodukt. Zusätzlich werden Cobs aber auch noch mal extra gemahlen. Die so entstehenden Mehle nennt man Grünmehle. | ||||
| Grünmehle werden von Gräsern, Leguminosen und Kräutern gewonnen. Sie dienen zur Geschmacksverbesserung in diversen Futtermitteln. Auch viele Mischfutter, die als Kräuterfutter beworben werden enthalten *nur* Grünmehle statt der erwarteten Kräuteranteile. Um diese Pulver an das jeweilige Futter zu binden sind in der Regel höhere Anteile von Melasse oder anderer Kleber von Nöten. | ||||
| Für den Futterkauf ist das nicht uninteressant. Denn stellen Sie sich mal vor alle Gewürze und Kräuter ständen Ihnen nur noch als undividierbare Grünmehle zur Verfügung. Ob im Futter Grünmehle oder strukturierte Kräuter verwendet werden lässt sich mit dem Auge, aber nicht am Preis feststellen. | ||||
| Silage / Heulage / Gärheu | ||||
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Aussehen wie Heu, nur etwas dunkler, je nach Feuchtigkeitsgehalt und Futterzweck. |
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| Die Ernte von Silage oder Heulage, auch liebevoll „Sauerkraut“ genannt, ist nicht so stark vom Wetter abhängig wie Heu, da sie nach dem Schnitt nur kurz auf der Wiese antrocknet, bevor sie zu sehr festen Ballen gewickelt oder gepresst und luftdicht in mehrere Schichten Polyäthylenfolie verpackt wird. Unter Luftabschluss fängt das Gras an zu gären und Milchsäurebakterien zerstören die Zucker. So wird es konserviert. Wenn das Gras nicht zu kurz (7 bis 10 cm Abstand vom Boden) geschnitten wurde und kein Dreck oder Tiere (Mäuse, Igel, Eidechsen etc.) mit eingewickelt wurden, hat man 4 bis 6 Wochen nach der Ernte sehr gutes, im eingeschweißten Zustand bis zu zwei Jahre, mit minimalem Nährstoffverlust, haltbares Futter. | ||||
| Silage kann man nicht einfach gegen Heu austauschen da es im Verhältnis wesentlich energiereicher, aber weniger rau strukturiert ist. Heu enthält etwa 15% Wasser, Silage dagegen bis zu 70%, Heulage zirka 30%. Je höher der Wassergehalt, desto größer das Gewicht und geringer der Kauwiederstand (=Raufutterwert). Sobald Luft an die Silage kommt wird sie sehr schnell schlecht! Sie sollte zügig nach Anbrechen aufgebraucht werden. Bei warmen Wetter innerhalb von zwei Tagen, im Winter innerhalb einer Woche. Heulage kann etwas länger liegen. Beides sollte man vor großer Wärme, Kälte und Feuchtigkeit schützen und zwischen den Fütterungen immer wieder zudecken. | ||||
| Stroh | ||||
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Stroh unterscheidet sich je nach Getreideart etwas. |
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| Stroh ist mehr als ein Abfallprodukt der Getreideernte. Es ist auch nicht nur zum Einstreuen der Box geeignet. Gutes Stroh ist eine hervorragende Ergänzung zu Heu, Heulage, Silage und Heucobs. Wir unterscheiden Stroh von Roggen, Weizen, Gerste, Hafer, Dinkel und Triticale. Roggenstroh ist das mit den längsten und härtesten Stängeln. Es hat harte, lange Grannen und wird deshalb von Pferden nicht so gerne gefressen. Es hat aber den größten Rohfasergehalt. Weizenstroh ist die gängigste Einstreu und wird gut gefressen. Gerstenstroh ist das zweithäufigste in Deutschland. Es tut im Stall gute Dienste. Haferstroh schmeckt den Pferden besonders gut. Es „sticht“ die Tiere entgegen landläufiger Meinung nicht. Die größere Gefahr ist, dass sie sich daran überfressen und Verstopfungskoliken bekommen. Dinkel wird größtenteils im „Bio-Bereich“ angebaut. Es eignet sich gut zur Einstreu, wird aber nicht so gut gefressen. Dafür ist der beruhigende Faktor auf den Pferdehalter groß, denn schließlich steht sein Pferd auf Bio-Stroh. Triticale ist eine relativ junge Getreide-Züchtung. Sie besteht aus einer Mischung von Weizen, Roggen und Gerste auf demselben Halm. Es ist saugfähig und eignet sich zur Fütterung. Es wir nicht so gut gefressen wie Weizen und nicht so verschmäht wie Gerste. | ||||
| Stroh ist am sichersten durch die Ähren zu unterscheiden: | ||||
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| Hafer | Weizen | Gerste | ||
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| Roggen | Tritikale | Dinkel | ||