Woher stammt das Pferd also, und was fraß es da?
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Wildpferde
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| Das letzte echte Wildpferd, das Equus caballus przewalskii przewalskii Poljakoff (oder kurz: Przewalski-Pferd oder Mongolisches Wildpferd), stammt aus der kargen dsungarischen Steppe und den westlichen Grenzgebieten der Mongolei und China – und lebt noch heute dort. Für uns ist das wichtig, denn wir können davon ausgehen, dass wir bei diesen Pferden auch heute noch sehen können, wie sich Pferde seit Urzeiten ernähren, wenn sie nicht vom Menschen betreut werden. Das Futter dieser Pferde ist äußerst karg. Es besteht zum größten Teil aus klimabedingt trockenen Gräsern, Kräutern und Flechten. Dort, wo es Bäume gibt, kommen noch Laub, Zweige und Rinde dazu. |
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| Das letzte lebende Urwildpferd in seiner natürlichen Umgebung - |
| kein Vergleich zu unseren fetten Weiden. |
| Aber auch in unseren Breiten gibt es wildpferd-nahe Rassen: Zum Beispiel den Tarpan oder das Dülmener Wildpferd. Karge Steppen gibt es bei uns jedoch nicht, denn die Böden sind nährstoffreicher und das Gras wächst ergiebiger. Und so sehen auch „unsere“ Wildpferde anders aus als die Mongolischen. Sie haben einen kleineren, feineren Kopf und einen weniger gut ausgeprägten Kauapparat. Denn ihr Futter lässt sich bei weitem besser kauen. Auch der restliche Körper und Verdauungsapparat sind auf das energiereiche Futter ausgelegt, so dass sie zwar im Vergleich zum Przewalski-Pferd mehr Nahrung und Energie aufnehmen, diese aber auch viel schneller verbrauchen. |
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| Das Dülmener Wildpferd lebt auch heute noch weitestgehend |
| wild im Herdenverband. Aussehen und Organismus haben sich |
| den üppigen Gräsern angepasst. |
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Hauspferde
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| Wer jetzt denkt: Prima, Pferd ab auf die Weide, das ist die pferdegerechteste, natürlichste Ernährung - leider falsch! Denn leider ist gerade Deutschland auf die Haltung und Ernährung von Hochleistungs-Milchkühen ausgelegt. Das Gras auf unseren Weiden ist optimal für eine Kuh, die täglich bis zu 50 Liter Milch produzieren muss. Für unsere Pferde ist dieses Gras allerdings vollkommen ungeeignet. Es ist zu weich und hat zu wenig Raufaser, dafür aber so viel Energie und Nährstoffe, dass die Pferde fett werden – und dabei, durch unbefriedigtes Kaubedürfnis, hungrig bleiben. |
| Außerdem gleichen unsere Hauspferde den Wildpferden nur noch wenig. Durch selektive Zucht hat der Mensch das Pferd verändert. Da dem Menschen daran gelegen war, von seinem Pferd so viel Leistung wie möglich zu bekommen, ohne selber viel dafür tun zu müssen, sind unsere Pferde um einiges leichtfuttriger als die wilden Artgenossen. Wer kann schon ein Arbeitspferd brauchen, das täglich 16 Stunden fressen muss? Das wiederum bedeutet, dass sie das ohnehin schon energiereiche Gras auch noch viel besser verwerten können als ein wilder Artgenosse. |
| Da die Verduung des Pferdes darauf ausgelegt ist, ständig kleine Mengen Nahrung zu verwerten, hat die Natur dem Pferd kein Sättigungsgefühl mitgegeben. Denn sonst würde es einfach ganz schnell ganz viel fressen und den restlichen Tag davon zehren (so wie Löwen und manche Menschen es tun). Auf diese Art würde ein Pferd jedoch sterben. Da es aber ständig ein leichtes Hungergefühl verspürt, ist es viele Stunden am Tag auf der Suche nach Nahrung und knabbert hier und dort. Dadurch bleibt die Darmtätigkeit erhalten. |
| Aber manchmal steht mein Pferd doch auch einfach so rum und frisst nicht, werden Sie jetzt einwenden. Stimmt. Statt dem Sättigungsgefühl hat das Pferd ein gewisses Maß an Kaubedürfnis. Hat es die Gelegenheit, lange an strukturiertem Futter zu kauen, ist dieses Bedürfnis gestillt, und das Pferd legt eine Fresspause zum dösen oder spielen ein. Das herkömmliche Gras stillt dieses Bedürfnis jedoch nicht. |
| Pferde sind Raufutterfresser |
| Ein Pferd benötigt zum Erhalt, das heißt nicht anderes als „zum Leben“, täglich 1 bis 1,5 kg Raufutter pro 100 kg Lebendgewicht. Manche sogar mehr. Was ist aber Raufutter? |
| Unter Raufutter versteht man Heu, Stroh, Gras und auch Silage. In Anbetracht der Leistungsgräser auf unseren Weiden und Wiesen sollte man diese Aussage aber einschränken: |
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| Die Unterschiede dieser Grundfutterarten liegen in Wassergehalt und Struktur. |
| Pferdegerechtes Raufutter sollte strukturreich und relativ trocken sein. Eben wie Steppengäser. |
| Erst, wenn sie genügend Kaubewegungen gemacht haben, um ihr Fressbedürfnis zu stillen, geht es Pferden wie einem satten Menschen. |
| Pferde brauchen aber mehr als nur Grundfutter, um gesund zu leben. Nämlich ausgewogene Vital- und Baustoffe, die in Grasprodukten nicht ausreichend enthalten sind. Und diese nicht nur in einer bestimmten Menge, sondern auch noch in einem gewissen Verhältnis untereinander. Denn alles hängt zusammen. |
| In einem pferdegerechten Lebensraum ständen Pferden ganz andere Gräser und eine Vielzahl an Kräutern, Flechten und Gehölzen zur Verfügung, die auf längeren Märschen durch die Landschaft gesucht und gezielt aufgenommen würden. So glichen sich Ungleichgewichte in der Gesamtvorsorgung selbst regulierend aus. |
| In der Pferdehaltung muss nun der Mensch regulierend eingreifen. Da aber nur die wenigsten Pferdehalter sich in der Pferdefütterung genügend auskennen, und auch die meisten Tierärzte sie nur am Rande ihres Studiums durchgenommen haben und mit den neusten Entwicklungen und Erkenntnissen nicht vertraut sind, Hersteller und Händler in erster Linie Geld verdienen wollen, gibt es große Wissenslücken und erschreckend viele Fehlinformationen was die Pferdfütterung betrifft. |
| Getreide wird erst dann nötig, wenn der Energiebedarf nicht mehr aus der Heu - Grasfütterung gedeckt werden kann. |
| Eine Aufwertung an Mineralien und Spurenelementen ist so gut wie immer nötig. |