| Mineralfutter / Ergänzungsfutter | ||
| Hierzu gehören alle Futter, die die Ernährung gezielt ergänzen sollen, also alle Mineralien, Vitamine und Spurenelement-mischungen. Viele Pferdehalter setzen sie leider sehr unbesonnen ein, weil sie ja so gesund sind. Dabei kann man mit einem nicht benötigten, oder falsch dosierten Futterergänzer großen Schaden anrichten. In den meisten Fällen ist ein fertiges Mineralfutter zur Ergänzung ausreichend. Aus dem breiten Angebot gilt es das Optimalste herauszufinden. | ||
| Mineralfutter - eines für alle, in tausend Varianten | ||
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Mit einer reinen Heu- und Grasfütterung sind Pferde aller Entwicklungsstufen unzureichend mit Nährstoffen versorgt. Selbst wenn eine Kraftfuttergabe aus Einzelfuttern dazu kommt, mangelt es noch immer in der Spurenelemente-, Mineralstoff- und auch Vitaminversorgung. Je nach Alter, Nutzung und Belastung muss mit einem geeigneten Mineralfutter ergänzt werden. Manchmal ist es besser, ein Mischfutter in sehr geringer Menge zu geben, anstatt ein Mineralfutter zu verwenden. Der, in meinen Augen größte Nachteil, von gängigen Mineralfuttern besteht darin, das sie darauf ausgelegt sind ungünstige Ca:P-Verhältnisse großer Getreidemengen auszugleichen. | |
| Wer mag schon eine Scheibe trocken Brot zu einer handvoll Vitamintabletten? | ||
| Supplements - wenn's noch fehlt | ||
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Sollten trotz Mineralfutter noch Mängel bestehen, gibt es eine unzählige Auswahl an hoch dosierten ausgewählten Wirkstoffen zur gezielten Aufwertung. Diese Produkte sind so konzentriert, dass sie wirklich sehr genau in die Gesamtfütterung eingepasst sein müssen, um Überversorgungen und daraus resultierenden Gesundheitsstörungen zu vermeiden. Sie sollten daher immer in Absprache mit Fütterungsberatern oder Tierarzt angewendet werden. | |
| Öl - Flüssigenergie | ||
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Öle müssen genauso in der Gesamtfütterung berücksichtigt werden wie andere Futtermittel. Das gilt auch bei Heu und Weidegang. Wie, warum, wie viel u. s. w. muss genau geklärt sein. Denn alles was gut ist, kann genauso schädlich sein. Alles hängt von der Rationsgestaltung bezüglich des individuellen Bedarfs ab. Öle eignen sich gut zur Aufwertung des Energiehaushaltes, wenn die nötige Energie nicht aus Rau- und Krippenfutter gewonnen werden kann oder soll. Es gibt viele Fälle in denen Öl unsinnig oder verkehrt eingesetzt ist. Auch hängt es von dem jeweiligen Öl ab, das eingesetzt wird, oder werden soll. Denn das einzige was ihnen gemein ist, ist die Konsistenz. Die Inhaltstoffe unterscheiden sich deutlich. | |
| Wir unterscheiden | ||
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| Jedes Öl ist für spezielle Bereiche einsetzbar. Aber bitte nicht gemeinsam. | ||
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Bierhefe / Biertreber / Biertreberhefe - hilfreich und vielseitig | |
Bierhefe (Saccharomyces cerevisiae) |
Es gibt nur sehr wenige Zusatzfutter mit einem so großen Wirkungsbereich. 1 g Bierhefe besteht aus 30 – 40 Milliarden einzelner Hefezellen. Diese verbessern auf Grund ihrer Fermente, Wirk-, Wuchs- und Schutzstoffe die Verdauung und Futterverwertung, Fruchtbarkeit und vor allem den Stoffwechsel. So erhöht sich die Widerstandskraft gegen Infektionskrankheiten (laut Studie bis zu 65 % verbesserte Immunabwehr). | |
| Biertreber ist ein Nebenprodukt das beim Brauen anfällt. Es besteht aus Getreide und anderen Stärkehaltigen Erzeugnissen und ist weniger Energiereich, dafür aber rohfaserhaltiger als Bierhefe. In den Nährstoffen kann Biertreber es aber nicht annähernd mit Bierhefe aufnehmen. Von der Brauerei ist Biertreber als feuchte Pampe erhältlich. Im Handel ist die getrocknete Form üblich. Um beide Produkte optimal zu nutzen und eine hohe Akzeptanz beim Pferd zu erreichen, wird Bierhefe und Biertreber im Verhältnis 4:6 gemischt und Biertreber-Hefe oder BT-Hefe genannt. | ||
| Leinsamen - fast ein Alleskönner | ||
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brauner Leinsamen gelber Leinsamen |
Lein (Linum Usitatissium), auch bekannt als Flachs, reguliert die Verdauung, sorgt für eine intakte Darmflora, unterstützt den Fellwechsel, lindert Hautirritationen und stärkt das Immunsystem. | |
| Der Hauptwirkstoff ist der hohe Schleimgehalt (6 - 15 % direkt unter der Schale) des Leinsamens. Er fördert die Darmbewegungen und verbessert so die Verdauung. Dadurch können alle Nährstoffe besser aufgeschlossen und verarbeitet werden. Der Schleim schütz auch vor Überbelastung durch oral verabreichte Medikamente, oder bei Anfütterung nach Futterentzug (Kolik). | ||
| Entgegen landläufiger Meinung ist er roh nicht giftig, wenn das Pferd sich nicht gerade über einen ganzen Sack hermacht. Erst in sehr großen Mengen kann das Enzym Linease Blausäure aus den blausäurehaltigen Glycoside bilden und Schäden anrichten. Im gelben Lein sind etwas weniger Glycoside enthalten als im braunen, weshalb er stärker beworben wird. | ||
| Der Hauptwirkstoff (Schleimstoffe = Proteide), der Schleim, bildet sich beim rohen Füttern im Magen und vor allem im Darm selber. Ein einfacher Test dazu: man gebe ein wenig Leinsamen in ein Schälchen mit etwas Wasser und lasse ihn an einem warmen Ort (ähnliche Temperatur wie in Körper) stehen und beobachte ihn. (Verdauungszeit von 2 Tagen bedenken!). | ||
| Melasse / Melasseschnitzel - Kleister und nützliches Abfallprodukt | ||
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Die süße und sehr klebrige Melasse wird verwendet um in Mischfuttern die einzelnen Komponenten zu verbinden. So ist gewährleistet, dass das Pferd auch tatsächlich alle im Futter enthaltenen Bestandteile in seinen Trog bekommt. Ohne Melasse würden sich Müslis endmischen und Pellets nicht so gut ihre Form behalten. | |
| Melasseschnitzel, auch Rübenschnitzel genannt, enthalten entgegen üblicher Ansicht nur wenig Zucker. Ein Kilo enthält 183 g wasserlösliche Kohlenhydrate (WLK), das sind Zucker und Stärke. Zuckerrübenschnitzel, auch Vollschnitzel genannt, enthalten dagegen 602 g WLK. Melasse, das Produkt, dessen Abfallprodukt die Melasseschnitzel sind, enthält 484 g WLK. Melasseschnitzel sind hervorragend geeignet, um Trockensubstanz in die Futterration zu bekommen, alte und magere Pferde anzufüttern und unliebsame Zusätze wie Medikamente im Futter zu verbergen. | ||
| Obsttrester - Geschmacksverbesserer | ||
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Diese Abfallprodukte der Saftgewinnung werden ähnlich wie Melasse eingesetzt. Meist allerdings zusätzlich zur Melasse. Apfeltrester, der am häufigsten verwendet wird, enthält etwa 211 g WLK und ist ein hervorragender Geschmacksverbesserer. | |
| Altes Brot - der Snack, der es in sich hat | ||
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Trockenes und hartes Brot und Brötchen sind ein beliebtes Mitbringsel. Das es, wie alle Futter, nicht gammelig oder mit Verschmutzungen (das gilt auch für Aufkleber, Aufstrich und Belag) versehen sein darf, ist wohl hinlänglich bekannt. | |
| Das es aber ein Kraftfutter ist, wird gerne und fast immer übersehen. Es enthält nur unbedeutend weniger Energie als Hafer (Hafer 12,2 MJ / Altbrotgemisch 11,5 MJ). Das bedeutet, dass man Altbrot unbedingt in die Kraftfutterration einrechnen sollte. Zwei bis drei Brötchen ersetzen bei einem Endmaß Shetland Pony eine ganze Kraftfuttermahlzeit. Dennoch kann es einem arbeitendem Pferd das Kraftfutter nicht vollständig ersetzen. | ||
| Dabei ist auch zu bedenken das Brot aus großen Mengen Weizenmehls bestehen. | ||
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Kräuter - Gewürze und Apotheke der Natur | |
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Auch Kräuter können zu den Zusatz- oder Ergänzungsfuttermitteln gezählt werden. Denn über eine gezielte Fütterung, die für das jeweilige Tier genau berechnet und am besten mit dem Tierarzt abgesprochen ist, kann man erstaunlich viel erreichen. | |
| Wenn man aber mit Kräutern arbeiten will, ist darauf zu achten das nie mehr als 7 zugleich eingesetzt werden, sonst muss man unnütz große Mengen füttern um die jeweilige Mindestmenge zu erhalten. Außerdem können Wirkungen sich gegenseitig aufheben oder umkehren. Das bedeutet, dass die Fütterung von Kräutern wohl überlegt sein will. In sehr vielen Mischfuttern sind heute Kräuter enthalten, die auch berücksichtigt werden müssen. | ||
| Kräutergrünmehle (Pulverform) werden häufig in Mischfuttern verwendet und gelegentlich zu Pellets gepresst. | ||
| Es besteht auch ein bedeutender Unterschied zwischen Kräutern in Gewürz- und Teequalität und Kräutern in Arzneiqualität! Alle Kräuter haben eine Wirkung. Jedoch darf sie nicht beworben werden, da sie erst ihre Wirkweise in medizinischen Studien beweisen müssen und danach Apothekenpflichtig werden. Die Wirksamkeit hängt von Alter der Pflanze und korrektem Erntezeitpunkt, so wie von der Weiterverarbeitung ab. Pferde können aus Kräutern einen größeren Nutzen ziehen als Menschen. | ||
| Noni - die Königen der Früchte | ||
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Die Noni (Morinda citrifolia) ist die Frucht des Indischen Maulbeerbaumes, der eigentlich ein Busch ist. Allerdings erweckt ein bis zu 10 m hoher Busch eher den Eindruck eines Baumes. Seit über 2000 Jahren ist diese Frucht traditioneller Bestandteil der polynesischen Volksheilkunde. | |
| Ihre faszinierenden Möglichkeiten und weit gefächerten Einsatzgebiete macht sie zur Königin der Früchte. Dazu kommt, das sie Saison los ist, denn sie wächst das ganze Jahr. So sind täglich alle Reifestadien zu haben und qualifizierte Pflücker entscheiden bereits bei der Ernte über die Qualität des Produktes, indem sie nur die optimalen Reifestadien pflücken. | ||
| Neben vielen Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen bietet der Indische Maulbeerbaum mit seinen Ernteprodukten, Frucht, Samen und Blättern, eine Vielzahl an Wirkstoffen und vor allem Enzymen die dem gesamten Organismus des menschlichen und tierischen Körpers ausgleichen helfen können. | ||
| Noniprodukte weisen erst ihre volle Nutzungsmöglichkeiten auf, wenn sie aus Nonipüree statt aus Nonisaft oder -konzentrat hergestellt werden. Dieser wichtige Unterschied sollte beim Kauf unbedingt beachtet werden. | ||